Was Scalping Trading mit Orderflow in Futures kostet
Scalping Trading in Futures rechnet sich nur, wenn dein Ziel groß genug ist, um die Kosten zu tragen. Im Micro Nasdaq bleiben dir von einem Ziel über vier Ticks nach Gebühren 12 Cent. Orderflow verbessert dein Timing, an dieser Rechnung ändert er nichts.
Was Scalping grundsätzlich ist, steht in unserem Glossar. Hier geht es um die Kosten in Futures, um den Orderflow und um die Frage, ob es zu dir passt.
Risikohinweis: Trading mit Futures und anderen Finanzinstrumenten birgt erhebliche Verlustrisiken. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.
Was dich ein Round Turn kostet
Ein Round Turn ist ein kompletter Trade, also rein und wieder raus. Pro Seite zahlst du Provision, Börsengebühr, NFA-Gebühr und Clearing. Rechne das immer in Ticks um, dann siehst du sofort, wie viel von deinem Ziel schon weg ist.
| Kontrakt oder Software | Tickwert | Round Turn oder Monatspreis | Kosten in Ticks |
|---|---|---|---|
| ES | 12,50 USD | 5,74 USD, mit Lifetime 4,34 | 0,46, mit Lifetime 0,35 |
| NQ | 5,00 USD | 5,74 USD, mit Lifetime 4,34 | 1,15, mit Lifetime 0,87 |
| MES | 1,25 USD | 1,88 USD, mit Lifetime 1,28 | 1,50, mit Lifetime 1,02 |
| MNQ | 0,50 USD | 1,88 USD, mit Lifetime 1,28 | 3,76, mit Lifetime 2,56 |
| ATAS PRO | 69,95 EUR im Monat, bei Jahreszahlung 39,95 | ||
| Bookmap Global | 49 USD im Monat |
Die Kosten sind die All-in-Sätze von NinjaTrader pro Seite mal zwei, einmal im kostenlosen Plan und einmal im Lifetime-Plan für einmalig 1.499 USD. Bei deinem Broker sehen die Zahlen anders aus, die Rechnung bleibt dieselbe.
Das sind die Preise von November 2026, bei ATAS ohne Mehrwertsteuer. Dazu kommen der Datenfeed und in der Regel Börsendaten.
ES ist in Ticks am günstigsten. NQ läuft dafür bei gleicher prozentualer Bewegung in Ticks deutlich weiter. Der Tick ist bei beiden 0,25 Punkte, und der Nasdaq-100 steht viel höher als der S&P 500.
Welche Trefferquote du brauchst
Die Kosten verschieben deinen Break-even. Nimm acht Ticks Ziel und acht Ticks Stop, einen Kontrakt, keine Slippage. Ohne Gebühren reichen dir 50 Prozent Treffer. Mit Gebühren sieht es so aus:
| Kontrakt | Trefferquote im kostenlosen Plan | Trefferquote im Lifetime-Plan |
|---|---|---|
| ES | 53 % | 52 % |
| NQ | 57 % | 55 % |
| MES | 59 % | 56 % |
| MNQ | 74 % | 66 % |
Im Micro Nasdaq musst du bei diesem Verhältnis im kostenlosen Plan also fast drei von vier Trades gewinnen, nur um auf null zu kommen. Mit vier Ticks Ziel und vier Ticks Stop wären es 97 Prozent.
Das ist noch die freundliche Rechnung, denn Slippage am Stop ist nicht drin. Und die acht Ticks zählen von deinem tatsächlichen Fill aus. Gehst du mit Market Orders rein und raus und der Spread steht bei einem Tick, muss sich die Kursmitte einen Tick weiter bewegen, bis du dein Ziel hast. Du kaufst ja am Ask und verkaufst am Bid. Mit einer Limit Order, die im Markt wartet, sparst du dir das, bekommst dafür aber nicht immer einen Fill.
Warum viele Trades die Rechnung schlechter machen
Die Gebühren fallen an, egal ob der Trade gewinnt oder verliert. Bei 20 Trades am Tag zahlst du im NQ mit einem Kontrakt im kostenlosen Plan 114,80 USD, auf 20 Handelstage sind das 2.296 USD. Das musst du erst einmal verdienen, bevor für dich etwas übrig bleibt. Deshalb schlagen wenige gute Trades viele mittelmäßige.
Das Zweite ist der Kopf. Jede zusätzliche Entscheidung ist eine Gelegenheit, aus dem Gefühl heraus zu handeln. Beim Scalping musst du schneller entscheiden als in jedem anderen Stil. Der Markt liefert dir ständig etwas, das nach einem Signal aussieht, und aus Angst, eine Bewegung zu verpassen, gehst du rein. Mehr Analyse hilft dagegen nicht. Du brauchst Struktur: wenige vorher festgelegte Zonen, feste Zeiten, ein Limit an Trades. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über Overtrading.
Was Orderflow auf sehr kurzen Charts bringt
Orderflow zeigt dir auf sehr kurzen Charts die Reihenfolge. Ein Balken fasst alles zusammen, was in seinem Zeitraum passiert ist. Auf einem Fünf-Minuten-Footprint siehst du, dass gekauft und verkauft wurde, aber nicht, wer zuerst da war. Auf einem Chart im Sekundenbereich siehst du über mehrere Balken hinweg, dass erst die Käufer kamen und dann die Verkäufer. Beim Scalping geht es genau darum, weil dein Trade oft vorbei ist, bevor der Fünf-Minuten-Balken schließt.
Das ist auch nichts Neues. Als ich institutionell getradet habe, hatten wir auf dem Desk genau zwei Werkzeuge: das Orderbuch und das Tape. Footprint, Big Trades und Heatmap zeigen dir diese Daten heute nur aufbereitet.
Orderflow senkt keine Gebühr, und er sagt dir nicht, wo du überhaupt traden solltest. Scalping ist eine Art, einen Trade zu führen, mit kleinem Stop und schneller Gewinnmitnahme. Eine eigene Analyse ist es nicht. Die Zone, in der du traden willst, kommt weiter aus deiner Analyse. Wie du Orderflow liest, ist im Sekundenbereich dasselbe Handwerk wie auf dem Minutenchart, nur mit weniger Zeit.
Für Footprints und Heatmap in Echtzeit reicht dir ATAS PRO. Die beiden günstigen ATAS-Pakete zeigen Futures nur mit 15 Minuten Verzögerung, damit kannst du nicht scalpen. Wenn die Heatmap dein Hauptwerkzeug ist, nimm Bookmap.
Wer es lassen sollte
Lass es, wenn dein Konto nur Micros hergibt und du trotzdem kleine Ziele traden willst. Ich würde den Stop nie enger ziehen, nur damit die Position aufs Konto passt. Dann tradest du kleiner oder gehst auf Micros. Wie du die Größe aus dem Stop berechnest, steht in meinem Artikel zum Risikomanagement. Genau das ist die Falle. Micros lösen dein Größenproblem, aber im MNQ kostet dich ein Round Turn 3,76 Ticks. Ein kleines Konto mit kleinem Ziel ist also der ungünstigste Fall, den es beim Scalping gibt.
Lass es auch, wenn du nach einem Verlust schneller wirst statt langsamer. Scalping gibt dir dafür jeden Tag Dutzende Gelegenheiten.
Und lass es, solange du nicht weißt, was du pro Trade nach Gebühren verdienst. Ohne diese Zahl weißt du nicht, ob du scalpst oder nur deinen Broker bezahlst.
Was ich dir rate
Rechne zuerst. Nimm deinen Kontrakt, deine echten Gebühren und dein typisches Ziel und schau, welche Trefferquote du damit brauchst. Liegt sie über dem, was du tatsächlich triffst, dann gib deinen Trades mehr Ziel oder trade seltener. Wenn du danach noch scalpen willst, tu es in einem Kontrakt, bei dem die Kosten in Ticks klein gegen dein Ziel sind, mit ATAS PRO als Plattform.
Wie du Orderflow in der Praxis liest, zeigen wir dir bei uns im Mentoring.
