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Trading-Plattformen 2027: Was ich heute anders empfehlen würde

Marco BösingVon Marco BösingEx-Institutional-Trader | Gründer traMADA6 Min. Lesezeit

Trading-Plattformen 2027: Was ich heute anders empfehlen würde

Im Februar habe ich dir in meinem Software-Vergleich noch geraten, mit ATAS zu starten und für kurze Zeitrahmen Bookmap dazuzunehmen. Heute wäre meine Antwort kürzer: Fang mit ATAS an und schau, ob dir überhaupt etwas fehlt.

Der Grund ist die Heatmap in ATAS. Die ist dieses Jahr so gut geworden, dass ich für die meisten Trader kein zweites Programm mehr für nötig halte. Bookmap lohnt sich in zwei Fällen trotzdem, die erkläre ich dir weiter unten.

Risikohinweis: Trading mit Futures und anderen Finanzinstrumenten birgt erhebliche Verlustrisiken. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

Was sich bei ATAS getan hat

Bisher war die Aufteilung einfach. In ATAS hast du dir Footprints, Volumenprofil und Big Trades angeschaut, und für die Heatmap hast du Bookmap aufgemacht. Du hattest also zwei Programme offen und hast zwei Abos bezahlt.

Jetzt hat ATAS ein eigenes Heatmap-Modul, und es kommt laufend etwas dazu. Im Mai war es die automatische Aufzeichnung der Historie, im Sommer kamen Indikatoren wie CVD in die Heatmap und im September die Tracker für Icebergs, Stops und Sweeps. Für diese Tracker brauchst du MBO-Daten über Rithmic. Die Heatmap ist in jedem Paket dabei, auch wenn ATAS sie noch als Beta führt.

Ich kann die Heatmap schnell verschieben und reinzoomen, und deshalb mache ich Bookmap immer seltener auf.

Brauchst du Bookmap noch?

Zum Start nicht. Wenn du vor allem die Heatmap lesen lernen willst, ist Bookmap aber weiter eine gute Wahl, und ich zeige es auch noch in unseren Webinaren. Zwei Dinge macht es für mich besser als ATAS.

Das erste ist die Historie. Öffnest du Bookmap mitten im Tag, holt es dir die Stunden davor nach. Bei Futures sind das je nach Datenanbieter bis zu 72 Stunden über BookmapData und 24 über dxFeed. Über Rithmic ist eine Stunde gratis, 24 kosten extra. In der ATAS-Heatmap geht das bisher nicht. Wenn du oft erst mitten in der Session einsteigst und sehen willst, wo vorher die Liquidität lag, ist das ein guter Grund für Bookmap.

Das zweite sind die Bubbles. Wenn viele kleine Orders durchlaufen, fasst Bookmap sie für mein Auge sauberer zu einer Blase zusammen.

Hast du ATAS schon, probier also zuerst die Heatmap dort aus. Fehlt dir danach etwas, hol dir Bookmap. Und wenn du sowieso fast nur auf die Heatmap schaust und mit Footprints wenig anfangen kannst, starte ruhig direkt mit Bookmap.

Welches ATAS-Paket du brauchst

Die beiden günstigen Pakete reichen nicht. START und PLUS zeigen Futures nur mit 15 Minuten Verzögerung, und damit kannst du nicht traden. Echtzeitdaten gibt es ab PRO.

Das klassische ATAS läuft nur unter Windows. Auf dem Mac nimmst du ATAS X, das läuft dort nativ, ohne Parallels. X führt ATAS offiziell noch als Beta. Falls du Zusatzindikatoren benutzt, teste sie vor dem Wechsel. Die meisten laufen auch in X, nur welche mit Windows-eigenen Oberflächen nicht.

Optionsdaten im Chart

Seit Oktober zeigt ATAS mit Options X-Ray auch Optionsdaten und GEX direkt im Chart, für ES, MES, SPY und US 500. Das gibt es nur im ULTRA-Paket. In PRO bekommst du die Options Chain Suite mit GEX-Profil, dafür brauchst du aber eine Verbindung zu Rithmic oder Interactive Brokers.

Damit sparst du dir womöglich einen separaten Dienst. Bau deinen Handel aber nicht darauf auf. Die GEX-Heatmap zeigt dir keine Richtung, das schreibt ATAS selbst. Du siehst nur, wo sich der Preis eher zäh und wo eher schnell bewegen könnte. Ob du dort kaufst oder verkaufst, liest du weiter aus dem Orderflow ab.

Fehlt dir ein Indikator, bau ihn dir

In ATAS kannst du eigene Indikatoren schreiben, das übersehen viele. ATAS erklärt das mit Anleitung und Beispielprojekten. Früher musstest du dafür programmieren können. Heute beschreibst du einer KI, was der Indikator tun soll, und hast schnell einen ersten Entwurf.

Das beste Beispiel ist Tradeways, unser Partner fürs vollautomatische Trading-Journal. Du installierst den Tradeways-Indikator in ATAS, und ab dann landet jeder Trade bei unterstützten Brokern von selbst in deinem Journal, mit allen Ausführungen und Chart-Screenshots von Einstieg und Ausstieg.

NinjaTrader, Sierra Chart, Quantower und TradingView

Die Verbindung zum Feed läuft bei mir in NinjaTrader stabil, und ein Volumenprofil über einen bestimmten Bereich ziehst du dort schnell. Die Footprints gefallen mir trotzdem nicht. Order Flow+ bekommst du im Lifetime-Plan oder mit einem finanzierten Live-Konto.

Sierra Chart ist günstig und kann viel, die Einrichtung kostet dich aber deutlich mehr Zeit als bei ATAS.

Quantower gibt es in einer Gratisversion, Volumenanalyse und Heatmap kosten extra.

TradingView nutzen wir für den Überblick und die Vorbereitung. Für Volumenanalyse ist es für mich sinnlos, auch mit dem Volume Footprint. Der rechnet standardmäßig mit zusammengefassten Intrabar-Daten, das sind keine echten einzelnen Trades. Volumen und Footprints schaue ich deshalb nur in ATAS an.

Was das im Monat kostet

PlattformPreis im Monat
ATAS PRO69,95 EUR, bei Jahreszahlung 39,95
ATAS ULTRA89,95 EUR, bei Jahreszahlung 49,95
Bookmap Global49 USD
Bookmap Global Plus99 USD
Bookmap Global Premium199 USD
Sierra Chart Paket 11, mit Numbers Bars und Live-Daten46 USD
NinjaTrader Lifetime1.499 USD einmalig

Das sind die Preise von November 2026, bei ATAS ohne Mehrwertsteuer. Dazu kommen der Datenfeed und in der Regel Börsengebühren.

Beziehe die Echtzeitdaten am besten nicht über die Prop-Firma, sondern über einen eigenen Broker oder Datenanbieter. Dann hängt dein Setup nicht an einer Firma. Teste außerdem Rithmic und CQG, denn welcher Feed stabiler läuft, hängt von deinem Standort ab. Bei mir nahe Frankfurt war es CQG.

Womit ich 2027 anfangen würde

Ich würde mit ATAS PRO anfangen. Nimm ULTRA, wenn du die Optionsdaten im Chart haben willst, und Bookmap, wenn die Heatmap dein Hauptwerkzeug ist oder du die Historie brauchst. TradingView reicht für die Vorbereitung. Sierra Chart lohnt sich, wenn du wenig ausgeben willst und gern konfigurierst.

Entscheide danach, welche Daten du beim Traden anschaust. Ich arbeite viel mit Footprints, andere kommen mit Big Trades und Bubbles besser zurecht. Beides funktioniert.

Keine Plattform ersetzt dein Risikomanagement. Wie du Orderflow in der Praxis liest, zeigen wir dir bei uns im Mentoring.

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