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Orderflow Software Vergleich: ATAS, Sierra Chart, Bookmap & Co.

Marco BösingVon Marco Bösing11 Min. Lesezeit

Orderflow Software Vergleich: ATAS, Sierra Chart, Bookmap & Co.

Standard-Charting-Software reicht für Orderflow nicht aus. Du brauchst spezialisierte Plattformen mit Echtzeit-Börsendaten, Footprint-Darstellung und Orderbuch-Visualisierung. In diesem Vergleich zeige ich dir, welche Orderflow-Software ich täglich nutze und welche Rolle jede Plattform im Orderflow Trading spielt.

Risikohinweis: Trading mit Futures und anderen Finanzinstrumenten birgt erhebliche Verlustrisiken. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

Warum normale Charting-Software nicht reicht

TradingView, MetaTrader oder ähnliche Plattformen zeigen dir Kerzen und Indikatoren. Aber sie zeigen dir keinen echten Orderflow. Du siehst nicht, welche Orders tatsächlich am Markt ausgeführt werden, wo große Teilnehmer aktiv sind oder wie sich das Orderbuch in Echtzeit verändert.

Orderflow-Daten sind primär für Futures verfügbar. Für echte Orderflow-Analyse brauchst du vier Dinge: Tick-by-Tick-Daten, eine Footprint-Darstellung, Level-2-Orderbuchdaten und einen professionellen Datenfeed. Rechne mit 50 bis 200 USD monatlich für Software-Lizenz, Datenfeed und Exchange Fees zusammen. Das klingt nach viel, aber die Investition lohnt sich. Du siehst damit denselben Datenstrom wie institutionelle Trader und kannst Entscheidungen auf Basis realer Marktaktivität treffen statt auf Basis nachlaufender Indikatoren.

Die Plattformen im Überblick

Software Footprint Charts Level-2 Heatmap Kosten/Monat (ca.) Empfohlen für
ATAS Ja (branchenführend) Eingeschränkt 25-90 USD Footprint, Volume Profile, Big Trades, Delta
Bookmap Ja (als Add-on) Ja (branchenführend) 0-99 USD Scalping, Tick-Charts, Liquiditätsanalyse
Sierra Chart Ja Eingeschränkt 26-56 USD Budget-Option, hohes Konfigurations-KnowHow
Quantower Ja Eingeschränkt 0-70 USD Einsteiger mit Orderflow-Ambitionen
NinjaTrader Eingeschränkt Nein variabel Charting, Order-Ausführung (nicht für Volumen)
TradingView Nein Nein 0-60 USD Technische Analyse, kein Orderflow

Meine klare Empfehlung: Starte mit ATAS. Wenn du in kürzere Zeitrahmen gehst, ziehe Bookmap als Ergänzung dazu. Alle anderen Plattformen sind Kompromisse, die in bestimmten Nischen funktionieren, aber keines der beiden Kerntools ersetzen.

ATAS: Die Schaltzentrale für Volumen-Trader

Wer sich ernsthaft mit Volumen Trading beschäftigt, wird feststellen, dass man um ATAS nicht drumherum kommt. ATAS stellt die Informationen, die du als Data Trader brauchst, am besten dar. Es ist mein primäres Tool und die Grundlage meiner gesamten Analyse.

Die Stärken von ATAS liegen in der Tiefe. Footprint Charts, Volume Profile, Delta Profile und Big Trades mit präziser Filterung lassen sich so konfigurieren, wie du es brauchst. Die Software ist stark konfigurierbar, besonders was die Footprints angeht. Du bestimmst, was du siehst und wie du es siehst. Eigene Indikatoren und Templates sind möglich, und die Geschwindigkeit ist solide.

Ein Feature, das ATAS von anderen Plattformen abhebt: der Daten-Refresh. Du kannst jederzeit Back-Adjusted-Daten vom ATAS-Server nachladen. Das bedeutet, dass fehlende oder fehlerhafte Daten korrigiert werden. Bei Bookmap oder NinjaTrader fehlt diese Möglichkeit. Gerade bei der Big-Trade-Analyse, wo jeder Kontrakt zählt, ist das ein Vorteil.

Wenn du nur eine Software wählen kannst, nimm ATAS. Es deckt alles ab: Footprints, Volume Profile, Delta, Big Trades. Bookmap ergänzt ATAS hervorragend, aber ATAS allein funktioniert. Das ist auch der Grund, warum alle unsere programmierten Indikatoren und Templates in ATAS laufen. Die Plattform ist das Fundament.

ATAS Footprint Chart und Bookmap Heatmap im Vergleich, annotiert mit den jeweiligen Stärken beider Plattformen

Bookmap: Level-2-Daten wie kein anderes Tool

Bookmap ist kein Ersatz für ATAS, sondern eine Ergänzung. Der Vorteil von Bookmap ist die Visualisierung von Bid und Ask. Dein Gehirn verarbeitet die Heatmap-Darstellung intuitiv. Du siehst auf einen Blick, wo Liquidität liegt, bevor sie getroffen wird.

Volume Dots machen Trades als Blasen sichtbar. Größere Blasen bedeuten mehr Volumen. Du erkennst sofort, wer drückt und wie groß die Orders sind. Das geht in ATAS auch, aber Bookmap macht es einen Tick besser und intuitiver.

Der eigentliche Vorteil zeigt sich bei kurzen Zeitrahmen. Auf 10- oder 30-Sekunden-Charts siehst du den Verlauf innerhalb einer Kerze. Bei einer 15-Minuten-Kerze erkennst du jeden Versuch einer Rally, jede Absorption, jeden Sweep. ATAS zeigt dir das Ergebnis. Bookmap zeigt dir den Prozess.

Die Regel ist einfach: Je kurzfristiger du tradest, desto wichtiger wird Bookmap. Für Scalping und Tick-Charts ist es die erste Wahl. Für Swing Trading oder längere Zeitrahmen brauchst du es nicht. Ich nutze Bookmap vor allem auf 10- bis 30-Sekunden-Charts, wo ich die Mikrostruktur des Marktes lese und in Echtzeit sehe, wo große Orders sitzen.

Bookmap ist nicht der heilige Gral. Es wird nicht den besseren Trader aus dir machen, nur weil du es hast. Es ist eine tolle Visualisierung. Zu Beginn ist es nicht notwendig. Starte mit ATAS, und wenn du in kürzere Zeitrahmen gehst, ziehe Bookmap dazu.

Gut zu wissen: Bookmap bietet mittlerweile auch Footprint Charts als Add-on an, mit verschiedenen Bartypen (Zeitbasiert, Reversal, Range und Volumen). Die Kernstärke bleibt aber die Heatmap-Visualisierung.

Alternativen: Sierra Chart, Quantower und NinjaTrader

Neben ATAS und Bookmap gibt es weitere Plattformen, die Orderflow-Funktionen bieten. Hier eine ehrliche Einschätzung aus meiner Erfahrung.

Sierra Chart ist leistungsfähig und günstig (ab 26 USD/Monat). Die Software kann viel, aber die Benutzeroberfläche wirkt veraltet. Wer den Konfigurationsaufwand nicht scheut und ein schmales Budget hat, findet hier eine solide Option.

Quantower verfolgt einen moderneren Ansatz mit Footprint-Unterstützung und einer aufgeräumten Oberfläche. Über einige Broker (wie AMP Futures) ist Quantower sogar kostenlos nutzbar, ansonsten liegt der Preis bei 70 USD/Monat. Im professionellen Umfeld ist Quantower weniger verbreitet, und die Community ist kleiner. Als Einsteiger-Plattform mit Orderflow-Ambitionen durchaus interessant, aber weniger erprobt als ATAS.

NinjaTrader ist beliebt für klassisches Charting und als Brokerage-Plattform. Für präzisen Orderflow gibt es allerdings ein ernstes Problem: die Datenqualität. In meinen Tests fehlen bei NinjaTrader teilweise 50 bis 70 Kontrakte pro Minute im Vergleich zu ATAS nach einem Daten-Reload. Bei der Orderflow-Analyse, wo jeder Trade zählt, ist das nicht akzeptabel. Für Charting und Order-Ausführung mag NinjaTrader funktionieren, für Volumen-Analyse ist es nicht empfehlenswert.

TradingView ist kein Orderflow-Tool. Es eignet sich für technische Analyse und Charting, bietet aber weder echte Footprints noch Level-2-Daten noch Big-Trade-Filter. Wir nutzen TradingView bei traMADA für Analyse, Dashboards und Vorbereitung. Wer Orderflow traden will, braucht zusätzlich eine spezialisierte Plattform.

Datenfeed: Die unsichtbare Komponente

Die beste Software ist nutzlos ohne einen zuverlässigen Datenfeed. Du brauchst Echtzeit-Börsendaten für Futures, und es gibt zwei Standards: Rithmic und CQG.

Welcher Feed stabiler läuft, hängt davon ab, wo du wohnst. Rithmic hat Server in mehreren Regionen, CQG hat eine direkte Verbindung nach Chicago. In manchen Regionen ist Rithmic schneller, in anderen CQG. Ich wohne nahe Frankfurt und bei mir ist tatsächlich CQG stabiler, obwohl Rithmic dort einen eigenen Server hat. Die Empfehlung: Abonniere beide, teste beide und nimm das, was bei dir schneller und stabiler ist.

Ein wichtiger Unterschied: Rithmic bietet MBO-Daten (Market By Order), also die volle Orderbuchtiefe mit Sicht auf einzelne Orders. CQG bietet dagegen nur MBP-Daten (Market By Price), also aggregierte Preislevel. Wer die volle Orderbuchtiefe will, braucht aktuell Rithmic.

Zusätzlich zum Software-Abo und Datenfeed kommen Exchange Fees dazu. Die CME verlangt eine monatliche Gebühr für Echtzeit-Daten, unabhängig davon, welche Software oder welchen Feed du nutzt. Plane diese Kosten fest ein. Ohne Datenfeed ist jede Orderflow-Software nur eine leere Hülle.

Bookmap Heatmap mit Volume Dots, die zeigt wie Limit Orders sichtbar werden bevor sie getroffen werden

FAQ: Orderflow Software

Was kostet Orderflow-Software insgesamt?

Rechne mit 50 bis 200 USD pro Monat. Darin enthalten sind die Software-Lizenz (ATAS Plus ab ca. 25 USD, Pro ca. 70 USD; Bookmap Global ab 49 USD), der Datenfeed (Rithmic oder CQG) und die Exchange Fees der CME. Die Exchange Fees fallen immer an, egal welche Software du nutzt. Zum Start reicht ein Datenfeed und ATAS allein.

Reicht eine Software oder brauche ich beide?

Zum Start reicht ATAS. Es deckt Footprints, Volume Profile, Delta und Big Trades ab. Bookmap wird relevant, wenn du in kürzere Zeitrahmen gehst, also Scalping auf 10- bis 30-Sekunden-Charts. Viele professionelle Trader nutzen beide parallel: ATAS für die Footprint-Analyse und Bookmap für die Level-2-Heatmap. Aber das ist kein Muss am Anfang.

Kann ich mit kostenlosen Tools starten?

Einige Plattformen bieten Testversionen oder eingeschränkte kostenlose Zugänge an. ATAS hat einen kostenlosen Start-Plan, Bookmap bietet einen kostenlosen Digital-Plan und Quantower ist über manche Broker gratis nutzbar. Für ernsthaftes Orderflow Trading wirst du aber an einem bezahlten Abo nicht vorbeikommen, weil du Echtzeit-Börsendaten brauchst und die kosten immer Geld.

Welche Rolle spielt das Risikomanagement bei der Tool-Wahl?

Die Software allein macht dich nicht profitabel. Ein solides Risikomanagement ist die Basis. Die beste Orderflow-Plattform bringt nichts, wenn du keine klare Strategie und kein Regelwerk hast. Investiere genauso viel Zeit in dein Risikomanagement wie in die Einarbeitung in die Software.


In unserem Mentoring lernst du diese Konzepte in über 1.500 Videolektionen mit echten Chartbeispielen. Die Software-Module im Bootcamp und in der NQ Masterclass zeigen dir Schritt für Schritt, wie du ATAS und Bookmap einrichtest, konfigurierst und in der Praxis einsetzt. Unsere eigenen Templates und Indikatoren sind direkt in ATAS integriert.

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