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Volumen Trading: Was dir das Volumen sagt

Marco BösingVon Marco BösingEx-Institutional-Trader | Gründer traMADA7 Min. Lesezeit

Volumen Trading: Was dir das Volumen sagt

Volumen Trading heißt, dass du schaust, wohin der Preis läuft und wie viele Kontrakte dabei gehandelt wurden. Das lohnt sich zu lernen, wenn du Futures tradest, denn dort kommen die Zahlen von der Börse. Bei CFDs und Spot-Forex zählt niemand den ganzen Markt, und dann fehlt dir die Grundlage.

Als institutioneller Trader wurde ich daran gemessen, wie gut mein Durchschnittspreis im Verhältnis zum Volumenprofil des Tages lag. Das Volumen hat also entschieden, ob ich meinen Job gut gemacht habe.

Risikohinweis: Trading mit Futures und anderen Finanzinstrumenten birgt erhebliche Verlustrisiken. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

Was Volumen zählt

Volumen ist die Zahl der gehandelten Kontrakte in einem Zeitraum. Jeder gehandelte Kontrakt hat einen Käufer und einen Verkäufer, und beide zusammen ergeben eine Einheit Volumen.

Deshalb hat Volumen keine Richtung. Ein großer Balken sagt dir nicht, dass gekauft wurde. Er sagt dir, dass viel gehandelt wurde, und auf jeden Käufer kam ein Verkäufer.

Wer dabei aggressiv war, also in die wartenden Limit Orders hineingehandelt hat, siehst du zum Beispiel im Footprint und im Delta.

Verwechsle Volumen nicht mit Open Interest. Volumen zählt jeden Trade, Open Interest nur die Kontrakte, die noch offen sind.

Was dir Volumen sagt, das der Preis nicht sagt

Der Preis zeigt dir, wo der Markt steht. Das Volumen zeigt dir, wie viel dabei gehandelt wurde. Drei Dinge liest du daraus ab.

Was sich in einer Seitwärtsphase aufbaut

Im Kerzenchart ist eine Seitwärtsphase einfach seitwärts. Ob dort gerade jemand long oder short aufbaut, siehst du am Preis nicht. Mit Volumen und Delta erkennst du das manchmal früher. Manchmal siehst du auch gar nichts.

Ob Aufwand und Ergebnis zusammenpassen

Du schaust, ob viele aggressive Orders kaum Fortschritt im Preis bringen. Dann halten wahrscheinlich passive Limit Orders dagegen, das ist eine Absorption. Im Kerzenchart siehst du davon nur eine unauffällige Kerze. Für sich allein reicht dir das nie, es bestätigt nur eine Idee, die du aus dem Kontext schon hast.

Wo der Markt gehandelt hat

Trägst du das Volumen über den Preis statt über die Zeit ab, siehst du, wo viel gehandelt wurde und wo der Markt schnell durchgelaufen ist. Das ist das Volumenprofil, dort findest du auch POC, Value Area und VWAP.

Hier schauen Institutionen hin. Ein sehr tiefer Preis hat mir als institutioneller Trader nichts gebracht, wenn dort kaum gehandelt wurde, denn eine große Order braucht genug Volumen, um gefüllt zu werden. Große Käufer kaufen bei guten Preisen härter und werden langsamer, wenn der Preis steigt, weil es ihnen um den Durchschnittspreis geht.

Du selbst brauchst nur eine Position, nicht Dutzende Teilausführungen. Dir reicht deshalb der einfache Teil dieser Logik. Du schaust, ob der Preis gerade innerhalb oder außerhalb des Bereichs steht, in dem das meiste Volumen gehandelt wurde, und was das im aktuellen Kontext bedeutet.

Warum das Volumen bei Futures echt ist

Bei Futures zählt die Börse jeden Kontrakt. ES und NQ tradest du an der CME, elektronisch über Globex, und dort laufen die Orders in einem zentralen Orderbuch zusammen. Bei jedem Trade steht CME Clearing als Gegenpartei dazwischen. Was deine Plattform als Volumen anzeigt, sind also Kontrakte, die dort gehandelt wurden.

Bei Spot-Forex und CFDs gibt es diese eine Stelle nicht.

MarktWo gehandelt wirdWas als Volumen im Chart steht
Futures (ES, NQ)An der Börse, in einem zentralen OrderbuchGehandelte Kontrakte, gezählt von der Börse
Spot-ForexAußerbörslich, über viele Handelsplätze verteiltIn MetaTrader die Zahl der Preisänderungen je Kerze
CFDsAußerbörslich, dein Anbieter ist deine GegenparteiDaten deines Anbieters, keine Börse zählt mit

Der Devisenmarkt läuft außerbörslich und ist stark zersplittert. Also zählt niemand alle Trades. Der Volumen-Indikator in MetaTrader zeigt dir bei Forex die Zahl der Preisänderungen pro Kerze, das sogenannte Tick-Volumen. Das sagt dir, dass sich etwas bewegt hat, aber nicht, wie viel gehandelt wurde. Hinter einer Preisänderung kann ein kleines Geschäft stecken oder ein sehr großes.

CFDs werden außerbörslich angeboten, und dein Anbieter ist deine Gegenpartei. Das Volumen auf deinem Chart kommt also von deinem Anbieter oder seinem Datenlieferanten. Mehr dazu steht in Futures vs. CFD.

Wenn du Währungen traden und echtes Volumen sehen willst, schau dir die Währungsfutures der CME an.

Was du für Volumen Trading brauchst

Du brauchst Futures-Daten in Echtzeit und eine Software, die dir daraus das Volumen zeigt. Ich schaue mir Volumen und Footprints nur in ATAS an.

Dort fängst du mit PRO an. START und PLUS zeigen Futures nur mit 15 Minuten Verzögerung, und damit kannst du nicht traden. Dazu kommen der Datenfeed und in der Regel Börsengebühren. Welche Plattform zu dir passt und was sie kostet, steht in meinem Plattform-Vergleich.

TradingView nutzen wir für den Überblick und die Vorbereitung. Für Volumenanalyse ist es für mich sinnlos, auch mit dem Volume Footprint. Der rechnet standardmäßig mit zusammengefassten Intrabar-Daten, und ob etwas als Kauf oder Verkauf zählt, leitet er aus der Preisbewegung innerhalb der Kerze ab. Das sind keine echten einzelnen Trades. Es gibt zwar einen Modus, der die Seite aus den Marktdaten nimmt, aber der ist standardmäßig aus, braucht einen Plan mit Tick-Daten und gilt nicht für das Volume Profile.

Ist Volumen Trading eine Strategie?

Nein. Volumen gibt dir Kontext, und einen Einstieg bekommst du daraus allein nicht. Volumen gegen Preis auszuspielen bringt auch nichts, du brauchst beides. Viel Volumen an einem Level kann von Käufern oder von Verkäufern kommen. Was die Leute dort wollten, beurteilst du erst mit dem, was davor passiert ist.

Jeden Wechsel im Delta blind zu traden funktioniert genauso wenig. Derselbe Wert sagt dir an der falschen Stelle wenig. Es kommt darauf an, wo du im Chart bist, wie das Volumen in der Kerze liegt und was an dem Tag los ist.

Volumen ist nur im Vergleich etwas wert. Du liest es immer gegen die Kerzen daneben und gegen die Session, und dieselbe Zahl bedeutet im NQ etwas anderes als im ES. Die US-Eröffnung ist so schwer, dass alles davor winzig aussieht. Bedeutungslos war das Volumen davor deshalb nicht, in dem Moment hat es dein Bild bestimmt. In ruhigen Phasen kann dagegen ein einzelner großer Trade alles verzerren.

Wo du von hier aus weiterliest

Jedes dieser Werkzeuge zeigt dir dasselbe Volumen anders.

WerkzeugWas du damit siehst
VolumenprofilWo im Preis gehandelt wurde, mit POC und Value Area
FootprintWie viele Kontrakte auf jedem Preislevel gelaufen sind
Delta und CVDDie Differenz zwischen aggressiven Käufen und Verkäufen
Big TradesWo ungewöhnlich große Orders durchlaufen
Absorptionen und ErschöpfungenWo jemand den Druck aufnimmt und wo einer Bewegung die Kraft ausgeht

Lohnt sich Volumen Trading für dich?

Wenn du Futures tradest, ja. Die echten Zahlen hast du dann ohnehin. Den Markt bewegst du als privater Trader nicht selbst, dafür fehlt dir das Geld. Du musst erkennen, wo die Großen gerade arbeiten, und dich dranhängen, und dafür sind Volumendaten da. Tradest du CFDs oder Spot-Forex, lohnt es sich erst nach dem Wechsel auf Futures, denn auf deinem Chart steht dort nicht das Volumen des ganzen Marktes.

Fang mit echten Futures-Daten an, ATAS PRO reicht dafür, und lies als Nächstes den Artikel zum Volumenprofil.

Wie du Orderflow in der Praxis liest, zeigen wir dir bei uns im Mentoring.

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