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Prop Trading Steuern

Prop Trading Steuern betreffen die steuerliche Einordnung von Gewinnen aus Prop-Trading-Firmen, die in Deutschland je nach Vertragsstruktur als Einkünfte aus Kapitalvermögen oder sonstige Einkünfte behandelt werden können.

Marco BösingVon Marco Bösing5 Min. Lesezeit

Was sind Prop Trading Steuern?

Prop Trading Steuern betreffen die steuerliche Behandlung von Gewinnen, die Trader über Prop-Trading-Firmen wie FTMO, Topstep oder Apex Trader Funding erzielen. Die steuerliche Einordnung ist in Deutschland nicht eindeutig geregelt und hängt wesentlich von der Vertragsstruktur zwischen Trader und Prop-Firma ab. Das macht die Sache für viele Trader komplizierter, als sie sein müsste.

Das Kernproblem: Beim Prop Trading handelt der Trader nicht mit eigenem Kapital, sondern mit dem Geld der Firma. Die Auszahlung, die er erhält, ist im steuerlichen Sinne keine klassische Kapitalertragsrendite, sondern eher eine Gewinnbeteiligung oder Vergütung. Wie das Finanzamt diese Zahlung einordnet, hängt von der konkreten Vertragsgestaltung ab und kann von Finanzamt zu Finanzamt unterschiedlich bewertet werden.

Wie funktioniert die Besteuerung von Prop Trading Gewinnen?

Grundsätzlich gibt es drei mögliche steuerliche Einordnungen, die das Finanzamt vornehmen kann:

Einkünfte aus Kapitalvermögen (§20 EStG). Wenn das Finanzamt die Auszahlungen als Kapitalerträge einstuft, fällt die Abgeltungssteuer von 25 % an, plus Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Steuer) und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das ergibt eine Gesamtbelastung von ca. 26,375 % ohne Kirchensteuer. Diese Einordnung ist für den Trader oft die günstigste, da der Satz niedriger ist als der persönliche Einkommensteuersatz bei höheren Einkommen.

Sonstige Einkünfte (§22 EStG). Manche Finanzämter behandeln Prop-Trading-Auszahlungen als sonstige Einkünfte. In diesem Fall unterliegen sie dem persönlichen Einkommensteuersatz, der je nach Gesamteinkommen bis zu 45 % (plus Soli und Kirchensteuer) betragen kann. Der Vorteil: Werbungskosten können direkt abgezogen werden. Der Nachteil: Die Steuerlast kann deutlich höher ausfallen.

Gewerbliche Einkünfte (§15 EStG). Wenn das Finanzamt die Tätigkeit als gewerblich einstuft, zum Beispiel weil der Trader sehr aktiv handelt und das Trading seinen Lebensunterhalt bestreitet, kommen neben der Einkommensteuer auch Gewerbesteuer und IHK-Beiträge hinzu. Diese Einordnung wird bei reinem Prop Trading selten angewandt, kann aber bei hohen Umsätzen und regelmäßigen Auszahlungen vorkommen.

Da die meisten Prop-Trading-Firmen im Ausland ansässig sind (häufig in Tschechien, den USA oder Dubai), erfolgt kein automatischer Steuerabzug in Deutschland. Der Trader ist verpflichtet, die Gewinne selbstständig in der Steuererklärung anzugeben. Wer das versäumt, riskiert Nachzahlungen, Zinsen und im schlimmsten Fall ein Steuerstrafverfahren.

Prop Trading Steuern in der Praxis

In meiner Erfahrung ist die größte Herausforderung nicht die Steuerberechnung selbst, sondern die korrekte Dokumentation. Die meisten Prop-Firmen stellen keine deutschen Steuerbescheinigungen aus. Du erhältst in der Regel eine Auszahlungsübersicht oder einen Kontoauszug, aber kein Formular, das dein Finanzamt sofort akzeptiert.

Was du konkret tun solltest: Dokumentiere jede einzelne Auszahlung mit Datum, Betrag und Wechselkurs (falls die Auszahlung in USD erfolgt). Rechne Beträge in Fremdwährungen zum Kurs des Zahlungseingangs in Euro um. Bewahre alle Kontoauszüge der Prop-Firma als Nachweis auf. Und nutze entweder eine spezialisierte Steuersoftware oder arbeite mit einem Steuerberater zusammen, der sich mit Trading-Einkünften auskennt.

Ein oft übersehener Punkt: Die Challenge-Gebühren, die du an die Prop-Firma zahlst, können als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden, je nach steuerlicher Einordnung deiner Einkünfte. Das gilt auch für Gebühren gescheiterter Challenges, sofern ein klarer Zusammenhang mit der Einkunftserzielung besteht.

Für Trader, die dauerhaft hohe Gewinne aus Prop Trading erzielen, kann die Gründung einer Trading GmbH steuerlich sinnvoll sein. Innerhalb einer GmbH werden die Einkünfte mit Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer (zusammen ca. 30 %) besteuert, aber Betriebsausgaben wie Daten, Software und Hardware können abgezogen werden.

Häufige Fehler bei Prop Trading Steuern

Einkünfte nicht angeben. Der häufigste und gravierendste Fehler. Nur weil kein automatischer Steuerabzug erfolgt, heißt das nicht, dass die Einkünfte steuerfrei sind. Das Finanzamt kann über den internationalen Informationsaustausch (CRS) von Zahlungen erfahren. Gib deine Prop-Trading-Gewinne immer an.

Falsche steuerliche Einordnung ohne Beratung. Viele Trader tragen ihre Prop-Trading-Gewinne einfach als Kapitalerträge in die Steuererklärung ein, ohne die Vertragsstruktur zu prüfen. Je nach Vertrag kann das Finanzamt eine andere Einordnung vornehmen und Nachzahlungen fordern. Lass die Einordnung von einem Steuerberater prüfen, bevor du die erste Erklärung abgibst.

Wechselkursgewinne ignorieren. Wenn du in USD ausgezahlt wirst und das Geld auf einem USD-Konto liegen lässt, können bei der Umrechnung in Euro zusätzliche Wechselkursgewinne oder -verluste entstehen. Diese sind ebenfalls steuerlich relevant und müssen berücksichtigt werden.

FAQ

Muss ich Prop Trading Gewinne versteuern, auch wenn die Firma im Ausland sitzt?

Ja, unbedingt. Als in Deutschland steuerpflichtiger Trader musst du dein weltweites Einkommen versteuern, unabhängig davon, wo die Prop-Firma ihren Sitz hat. Die Steuerpflicht richtet sich nach deinem Wohnsitz, nicht nach dem Sitz der Firma. Die Erklärungspflicht liegt vollständig bei dir.

Kann ich Challenge-Gebühren von der Steuer absetzen?

Ja, Challenge-Gebühren können in der Regel als Werbungskosten (bei Einkünften aus Kapitalvermögen oder sonstigen Einkünften) oder als Betriebsausgaben (bei gewerblichen Einkünften) abgesetzt werden. Das gilt sowohl für bestandene als auch für gescheiterte Challenges, solange sie im Zusammenhang mit deiner Trading-Tätigkeit stehen. Bewahre die Zahlungsbelege auf.

Brauche ich einen Steuerberater für Prop Trading Steuern?

Ich empfehle es dringend, zumindest für die erstmalige Einordnung. Ein auf Trading spezialisierter Steuerberater kann die Vertragsstruktur deiner Prop-Firma prüfen und die optimale steuerliche Einordnung finden. Das kann langfristig tausende Euro an Steuern sparen und schützt dich vor Problemen mit dem Finanzamt.

Lies den vollständigen Artikel: Prop Trading Steuern

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