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GlossarOrderflow Analyse

Market Order

Eine Market Order ist ein Auftrag, der sofort zum besten verfügbaren Preis ausgeführt wird und somit die Ausführung garantiert, aber nicht den Preis — sie ist der aggressive Ordertyp, der den Preis bewegt.

Marco BösingVon Marco Bösing3 Min. Lesezeit

Was ist eine Market Order?

Eine Market Order ist ein Handelsauftrag, der sofort zum besten aktuell verfügbaren Preis ausgeführt wird. Bei einer Market-Kauforder wird zum niedrigsten Ask-Preis gekauft, bei einer Market-Verkaufsorder zum höchsten Bid-Preis verkauft.

Die zentrale Eigenschaft einer Market Order ist: Sie garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis. Im Gegensatz zu einer Limit Order, die einen bestimmten Preis garantiert, akzeptiert eine Market Order jeden verfügbaren Preis, um sofortige Ausführung zu gewährleisten.

Market Orders und Preisbewegung

In der Orderflow-Analyse sind Market Orders von zentraler Bedeutung, weil sie der aggressive Ordertyp sind. Jede Preisbewegung wird durch Market Orders ausgelöst:

  • Eine Market-Kauforder trifft auf die beste Ask-Limit-Order im Orderbuch und wird dort ausgeführt. Wenn die gesamte Liquidität auf diesem Ask-Level aufgebraucht ist, steigt der Preis zum nächsthöheren Ask-Level
  • Eine Market-Verkaufsorder trifft auf die beste Bid-Limit-Order. Wird das gesamte Bid-Volumen auf diesem Level absorbiert, fällt der Preis

Der Preis bewegt sich also, wenn das aggressive Volumen (Market Orders) das passive Volumen (Limit Orders) auf einem Level übersteigt.

Market Orders im Orderflow

Im Footprint Chart wird jede Transaktion als Trade am Bid (Market-Verkauf) oder Trade am Ask (Market-Kauf) erfasst. Diese Aufteilung ist die Grundlage der Orderflow-Analyse:

  • Trades am Ask = Market-Kauforders, die Liquidität vom Ask nehmen
  • Trades am Bid = Market-Verkaufsorders, die Liquidität vom Bid nehmen

Das Delta (Differenz zwischen Ask- und Bid-Trades) zeigt, welche Seite aggressiver ist.

Slippage und Market Impact

Market Orders sind dem Risiko von Slippage ausgesetzt — der Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Preis. Slippage tritt auf, wenn:

  • Die verfügbare Liquidität auf dem besten Preislevel nicht ausreicht, um die gesamte Order zu füllen
  • Sich der Preis zwischen Orderaufgabe und Ausführung bewegt (Latenz)
  • Das Instrument illiquide ist und die Spreads weit sind

Bei großen Orderpositionen kann der Market Impact erheblich sein, weshalb institutionelle Trader häufig Algorithmen nutzen, die Market Orders über die Zeit verteilen.

Wann Market Orders sinnvoll sind

Market Orders sind die richtige Wahl, wenn:

  1. Schnelligkeit entscheidend ist: Bei einem sich schnell bewegenden Markt oder einer News-Reaktion
  2. Liquidität ausreichend ist: Bei liquiden Futures wie ES, NQ oder CL ist die Slippage typischerweise minimal
  3. Die Ausführung wichtiger ist als der Preis: Beim Schließen einer Verlustposition unter Zeitdruck

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Market Order und Limit Order?

Eine Market Order garantiert die Ausführung zum besten verfügbaren Preis. Eine Limit Order garantiert den Preis (oder besser), aber nicht die Ausführung. Market Orders sind aggressiv und nehmen Liquidität, Limit Orders sind passiv und stellen Liquidität bereit.

Kann eine Market Order teilweise gefüllt werden?

Ja. Wenn die Liquidität auf dem besten Preislevel nicht ausreicht, wird der Rest der Order zum nächstbesten Preis ausgeführt. Das bedeutet, dass eine große Market Order über mehrere Preislevels gefüllt werden kann.

Warum sollte ich keine Market Order in illiquiden Märkten verwenden?

In illiquiden Märkten kann der Spread breit sein und die Tiefe des Orderbuchs gering. Eine Market Order könnte zu deutlich schlechteren Preisen ausgeführt werden als erwartet. In solchen Märkten ist eine Limit Order oder eine Market-Limit-Order oft die bessere Wahl.

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