Was ist eine Limit Order?
Eine Limit Order ist ein Handelsauftrag, der nur zu einem festgelegten Preis oder besser ausgeführt wird. Eine Limit-Kauforder wird zum Limitpreis oder darunter gefüllt, eine Limit-Verkaufsorder zum Limitpreis oder darüber.
Die zentrale Eigenschaft einer Limit Order ist: Sie garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung. Wenn der Marktpreis das Limit-Level nie erreicht, bleibt die Order unausgeführt im Orderbuch stehen.
Limit Orders und Liquidität
In der Orderflow-Analyse sind Limit Orders der passive Ordertyp. Sie stellen dem Markt Liquidität bereit, indem sie auf einem bestimmten Preislevel warten, bis eine Market Order auf sie trifft:
- Limit-Kauforders (Bids) stehen im Orderbuch unter dem aktuellen Preis und stellen Kaufliquidität bereit
- Limit-Verkaufsorders (Asks/Offers) stehen über dem aktuellen Preis und stellen Verkaufsliquidität bereit
Die Gesamtheit der Limit Orders auf allen Preislevels bildet das Orderbuch und bestimmt die verfügbare Liquidität des Marktes.
Limit Orders im Orderbuch
Im DOM (Depth of Market) werden Limit Orders als Bid- und Ask-Sizes auf jedem Preislevel angezeigt:
- Tiefe Bid-Liquidität: Viele Limit-Kauforders unter dem aktuellen Preis deuten auf potenzielle Unterstützung hin
- Tiefe Ask-Liquidität: Viele Limit-Verkaufsorders über dem aktuellen Preis deuten auf potenziellen Widerstand hin
- Dünne Liquidität: Wenige Limit Orders bedeuten, dass der Preis sich schnell bewegen kann
Ausführungspriorität
Limit Orders werden nach zwei Prinzipien priorisiert:
- Preis-Priorität: Die beste Limit-Kauforder (höchster Preis) und die beste Limit-Verkaufsorder (niedrigster Preis) haben Vorrang
- Zeit-Priorität: Bei gleichem Preis wird die zuerst platzierte Order zuerst ausgeführt (First In, First Out / FIFO)
Diese Regeln bestimmen die Reihenfolge, in der Limit Orders im Orderbuch gefüllt werden.
Limit Orders im Trading
Vorteile
- Preiskontrolle: Exakte Kontrolle über den Ausführungspreis
- Keine Slippage: Die Order wird nur zum Limitpreis oder besser ausgeführt
- Queue-Position: Bei liquiden Instrumenten kann eine gut platzierte Limit Order einen Tick besser als der Markt ausgeführt werden
Risiken
- Keine Ausführungsgarantie: Der Preis muss das Limit-Level erreichen
- Partial Fills: Die Order kann nur teilweise gefüllt werden
- Adverse Selection: Wenn die Order gefüllt wird, bewegt sich der Preis häufig weiter in die ungünstige Richtung — ein Phänomen, das als Adverse Selection bekannt ist
Limit Order-Varianten
- Good Till Cancel (GTC): Bleibt aktiv, bis sie ausgeführt oder storniert wird
- Day Order: Verfällt am Ende der Handelssitzung
- Fill or Kill (FOK): Muss sofort vollständig ausgeführt werden oder wird storniert
- Immediate or Cancel (IOC): Wird so weit wie möglich sofort ausgeführt, der Rest wird storniert
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich eine Limit Order statt einer Market Order verwenden?
Limit Orders eignen sich, wenn du Preiskontrolle benötigst und bereit bist, auf die Ausführung zu warten. In weniger liquiden Märkten oder bei größeren Positionen vermeiden Limit Orders die Slippage einer Market Order.
Was passiert, wenn meine Limit Order nur teilweise gefüllt wird?
Der ausgeführte Teil wird abgerechnet, und der Rest bleibt als offene Order im Orderbuch stehen, bis der Preis das Level erneut erreicht oder du die verbleibende Order stornierst.
Warum wird meine Limit Order gefüllt, und der Preis dreht sofort?
Dieses Phänomen nennt sich Adverse Selection. Limit Orders werden typischerweise gefüllt, wenn aggressive Marktteilnehmer den Preis in die ungünstige Richtung drücken. Die Ausführung der Limit Order bedeutet, dass ausreichend aggressiver Druck vorhanden ist, der den Preis häufig weiter bewegt.