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GlossarRisikomanagement

Drawdown

Drawdown ist der prozentuale Rückgang des Kontostands vom höchsten erreichten Punkt bis zum tiefsten Punkt, bevor ein neues Hoch erreicht wird — eine zentrale Kennzahl für die Risikobewertung einer Trading-Strategie.

Marco BösingVon Marco Bösing3 Min. Lesezeit

Was ist Drawdown?

Drawdown (DD) misst den Rückgang des Kontostands vom letzten Höchststand bis zum tiefsten Punkt, bevor ein neues Kontohoch erreicht wird. Er wird typischerweise in Prozent angegeben und ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung von Trading-Strategien und -Systemen.

Ein Drawdown von 20 % bedeutet: Ausgehend vom höchsten Kontostand ist das Konto um 20 % gefallen, bevor es sich wieder erholt hat. Der maximale Drawdown (Max DD) ist der größte jemals aufgetretene Rückgang in der gesamten Handelshistorie.

Arten von Drawdown

Absoluter Drawdown

Die Differenz zwischen dem Startkapital und dem tiefsten jemals erreichten Kontostand. Zeigt, wie weit das Konto unter das Anfangskapital gefallen ist.

Maximaler Drawdown (Max DD)

Der größte Rückgang von einem Kontohoch zu einem Kontotief über die gesamte Handelshistorie. Dies ist die am häufigsten verwendete Drawdown-Kennzahl.

Relativer Drawdown

Der maximale Drawdown als Prozentsatz des Kontohochs. Wichtig für den Vergleich von Strategien mit unterschiedlichen Kontogrößen.

Warum ist Drawdown so wichtig?

Drawdown ist aus mehreren Gründen eine kritische Kennzahl:

Mathematische Asymmetrie der Recovery

Ein Drawdown von 50 % erfordert eine Rendite von 100 %, um den ursprünglichen Kontostand wiederherzustellen. Diese nicht-lineare Beziehung macht tiefe Drawdowns besonders gefährlich:

Drawdown Benötigte Recovery
10 % 11,1 %
20 % 25,0 %
30 % 42,9 %
50 % 100,0 %
75 % 300,0 %

Psychologische Belastung

Tiefe Drawdowns sind emotional extrem belastend. Ein Trader, der 30 % seines Kontos verloren hat, steht unter enormem Druck — was die Wahrscheinlichkeit von Tilt, Revenge Trading und weiteren Fehlern erhöht.

Strategiebewertung

Zwei Strategien mit gleichem Gesamtprofit sind nicht gleichwertig, wenn eine einen maximalen Drawdown von 10 % und die andere von 40 % aufweist. Das Verhältnis von Rendite zu Drawdown — oft als Calmar Ratio oder MAR Ratio gemessen — ist ein besserer Indikator als die reine Rendite.

Wie kontrolliert man Drawdown?

1. Position Sizing

Die effektivste Methode zur Drawdown-Kontrolle. Ein maximales Risiko von 1-2 % pro Trade begrenzt den Drawdown selbst bei längeren Verlustserien auf ein tragbares Niveau.

2. Tägliche und wöchentliche Verlustlimits

Feste Grenzen setzen: Beispielsweise maximal 3 % Verlust pro Tag und 6 % pro Woche. Bei Erreichen wird der Handel eingestellt.

3. Korrelation beachten

Mehrere gleichzeitige Positionen in korrelierten Märkten können den Drawdown vervielfachen. Das Gesamtrisiko aller offenen Positionen muss berücksichtigt werden.

4. Strategie-Diversifikation

Verschiedene Strategien oder Marktrichtungen können den Gesamt-Drawdown glätten, da nicht alle Strategien gleichzeitig verlieren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein akzeptabler maximaler Drawdown?

Das hängt vom Trader und der Strategie ab. Für die meisten aktiven Trader gilt ein Max DD von 10-20 % als akzeptabel. Professionelle Fonds streben oft einen Max DD von unter 10 % an. Ein Max DD über 30 % ist für die meisten Trader psychologisch kaum zu bewältigen.

Wie berechne ich meinen Drawdown?

Drawdown = (Kontohoch - Kontotief) / Kontohoch × 100. Beispiel: Kontohoch 50.000 €, tiefster Punkt danach 42.500 € → Drawdown = (50.000 - 42.500) / 50.000 × 100 = 15 %.

Kann Backtesting den maximalen Drawdown vorhersagen?

Backtesting zeigt den historischen Max DD, aber der zukünftige Max DD wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den historischen übertreffen. Eine Faustregel: Erwarte mindestens das 1,5-fache des im Backtest beobachteten Max DD im Live-Trading.

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