Kostenloses Erstgespräch

Futures

Micro Futures handeln: Einstieg mit kleinem Konto (MES, MNQ)

Marco BösingVon Marco Bösing9 Min. Lesezeit

Micro Futures handeln: Einstieg mit kleinem Konto (MES, MNQ)

Micro Futures sind exakt ein Zehntel der E-mini-Kontrakte und handeln an derselben regulierten Börse (CME). MES ($1,25 pro Tick) und MNQ ($0,50 pro Tick) ermöglichen echtes Futures Trading mit Konten ab 3.000 Dollar. Wer den Einstieg in den Futures-Markt sucht, ohne direkt fünfstellige Beträge zu riskieren, findet in Micro Futures das passende Instrument.

Risikohinweis: Trading mit Futures und anderen Finanzinstrumenten birgt erhebliche Verlustrisiken. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

Was Micro Futures sind und warum sie existieren

Micro Futures sind standardisierte Terminkontrakte mit einem Zehntel der Kontraktgröße der E-mini-Futures. Sie handeln an derselben Börse (CME/Globex) und bilden denselben Basiswert ab. Die Preise orientieren sich an den E-minis, da beide denselben Index abbilden und sich gegenseitig 10:1 offsetten lassen. Das macht sie zum idealen Einstieg ins Futures Trading mit kleinerem Konto.

Im Mai 2019 hat die CME Group die Micro E-mini Futures eingeführt. Der Grund war einfach: Die E-mini-Kontrakte waren für viele Trader zu groß geworden. Ein einzelner ES-Kontrakt hat bei einem Indexstand von 5.000 Punkten einen Nominalwert von $250.000 ($50 Multiplikator x 5.000). Ein NQ-Kontrakt bei 20.000 Punkten liegt bei $400.000 ($20 Multiplikator x 20.000). Das ist für Trader mit Konten unter $25.000 kaum verantwortungsvoll handelbar.

Micro Futures lösen dieses Problem. Ein Zehntel der Kontraktgröße bedeutet ein Zehntel des Exposures. Statt $250.000 steuerst du mit einem MES $25.000. Statt $400.000 mit einem MNQ $40.000. Das klingt immer noch nach viel, aber mit der richtigen Positionsgröße ist das kontrollierbar.

Der Markt hat das Produkt sofort angenommen. Bereits am ersten Handelstag wurden über 310.000 Micro-Kontrakte gehandelt. Bis August 2019 stieg das durchschnittliche Tagesvolumen auf über 850.000 Kontrakte. Das ist kein Nischenprodukt, sondern ein vollwertiges Instrument mit ernsthafter Liquidität.

Der wichtigste Punkt: Micro Futures sind kein separater Markt. Sie handeln an derselben Börse (CME Globex) und bilden denselben Index ab. Da sich Micros und E-minis gegenseitig 10:1 offsetten lassen, sind die Preise eng miteinander verknüpft. Allerdings haben Micros ein eigenes Orderbuch mit geringerer Tiefe, was bei schnellen Märkten zu kurzfristigen Preisabweichungen führen kann. Die Orderflow-Daten der Micros sind nutzbar, aber nicht identisch mit denen der E-minis — das Volumen und die Markttiefe unterscheiden sich deutlich.

Alle Micro Futures im Überblick

Die CME bietet Micro-Versionen für die wichtigsten Futures-Kontrakte an. Hier sind die relevantesten mit ihren Spezifikationen:

Kontrakt Symbol Punktwert Tickgröße Tickwert Basiswert
Micro E-mini S&P 500 MES $5 0,25 $1,25 S&P 500
Micro E-mini Nasdaq-100 MNQ $2 0,25 $0,50 Nasdaq-100
Micro E-mini Russell 2000 M2K $5 0,10 $0,50 Russell 2000
Micro E-mini Dow Jones MYM $0,50 1,00 $0,50 Dow Jones
Micro Gold MGC $10 0,10 $1,00 Gold
Micro Euro/US Dollar M6E $12.500 0,0001 $1,25 EUR/USD
Micro WTI Crude Oil MCL $100 0,01 $1,00 WTI Crude Oil

In der Praxis dominieren zwei Kontrakte das Volumen: MES und MNQ. Der MES ist die logische Wahl für Trader, die den S&P 500 mit kontrolliertem Risiko handeln wollen. Der MNQ bietet deutlich mehr Bewegung pro Session.

In unserem Trading konzentrieren wir uns auf NQ und MNQ. Der Nasdaq-100 bewegt sich in derselben Zeitspanne oft das 13-fache des S&P 500. Wo der ES 3 Ticks macht, macht der NQ 40. Für aktive Day-Trader bedeutet das mehr Trading-Gelegenheiten pro Session. Gleichzeitig ist der Tickwert beim MNQ mit $0,50 der niedrigste aller gängigen Micro-Kontrakte. Das macht ihn zum idealen Trainingsfeld.

M2K, MYM, MGC und MCL sind solide Produkte, haben aber weniger Volumen als MES und MNQ. Weniger Volumen bedeutet potenziell größere Spreads und weniger zuverlässige Orderflow-Daten. Für den Einstieg empfehle ich, bei MES oder MNQ zu bleiben.

Margin und Kapitalanforderungen

Day-Trading Margin vs. Overnight Margin

Bei Futures gibt es zwei komplett verschiedene Margin-Anforderungen. Die CME legt die Overnight Margin (Initial/Maintenance Margin) fest, die du brauchst, wenn du eine Position über Nacht hältst. Für einen MNQ-Kontrakt liegt die Initial Margin aktuell bei rund $1.800. Für MES in ähnlicher Größenordnung.

Für Day-Trader sieht die Welt anders aus. Viele Broker bieten drastisch reduzierte Intraday-Margins an: $50-100 pro MNQ-Kontrakt. Das ist ein Bruchteil der Overnight-Anforderung. Solange du deine Position vor Börsenschluss schließt, profitierst du von diesen niedrigen Margins.

Wie viel Kapital brauchst du wirklich?

Technisch kannst du mit $500 anfangen. Einen MNQ-Kontrakt mit $50 Intraday-Margin handeln, das geht. Aber es ist eine schlechte Idee. Dein Konto hat keinen Puffer. Ein normaler Verlusttag kann dich sofort unter die Maintenance Margin drücken. Dann werden deine Positionen zwangsliquidiert, oft zum schlechtesten Zeitpunkt.

Meine Empfehlung: $3.000-5.000 für den Start mit Micro Futures. Das gibt dir Raum für eine Verlustserie, ohne dass du in Margin-Probleme gerätst. Ein schlechter Tag sollte dein Trading nicht beenden. Welcher Broker die besten Intraday-Margins bietet und welche Plattformen unterstützt werden, erfährst du im Futures Broker Vergleich. Warum echte Futures gegenüber CFDs die bessere Wahl für Orderflow-Trader sind, haben wir in einem separaten Artikel erklärt.

Eine konservative Variante ist die 0,2%-Regel: Bei $5.000 Kontostand riskierst du nur $10 pro Trade. Ein MNQ-Stop von 20 Ticks entspricht genau $10 (20 x $0,50), also ein Kontrakt. Viele erfahrene Trader nutzen 0,5-1%, was bei $5.000 einem Risiko von $25-50 pro Trade entspricht. Welche Variante für dich passt, hängt von deiner Erfahrung und deiner Kontogröße ab. In jedem Fall skaliert die Regel dein Risiko automatisch mit. Verlierst du Geld, wird dein nächster Trade automatisch kleiner. Das schützt dich in Drawdown-Phasen.

Positionsgröße berechnen: Ein praktisches Beispiel

Die Positionsgrößenberechnung bei Futures folgt drei Schritten. Dieser Prozess sollte vor jedem Trade stattfinden, nicht danach.

Schritt 1: Risikobudget festlegen. Entscheide, wie viel Dollar du bei diesem Trade maximal verlieren willst. Das kann ein fester Betrag sein oder ein Prozentsatz deines Kontos.

Schritt 2: Stop-Loss in Ticks bestimmen. Der Stop kommt aus der Marktstruktur, nicht aus einer willkürlichen Zahl. Wo macht der Trade keinen Sinn mehr? Das bestimmt die Tick-Distanz.

Schritt 3: Kontraktanzahl berechnen. Die Formel ist einfach:

Risikobudget / (Stop in Ticks x Tickwert) = Kontraktanzahl

Ein konkretes Beispiel: Dein Konto hat $5.000. Du riskierst 1% pro Trade, also $50. Dein Stop liegt 10 Punkte (40 Ticks) vom Einstieg entfernt.

  • MNQ: 40 Ticks x $0,50 = $20 Risiko pro Kontrakt. $50 / $20 = 2,5, abgerundet auf 2 MNQ-Kontrakte.
  • MES: Dieselben 10 Punkte sind hier 40 Ticks x $1,25 = $50 pro Kontrakt. $50 / $50 = 1 MES-Kontrakt.

Derselbe Trade, dasselbe Risikobudget, aber unterschiedliche Kontraktanzahlen je nach Instrument. Mit MNQ hast du feinere Abstufungen.

Die goldene Regel: Zuerst den Stop, dann die Positionsgröße. Niemals umgekehrt. Niemals die Positionsgröße wählen und dann den Stop so weit setzen, dass es "passt." Mehr zum Thema Risikomanagement im Trading findest du in unserem separaten Guide.

Positionsgrößenberechnung: Risikobudget geteilt durch Stop in Ticks mal Tickwert ergibt die Kontraktanzahl

Micro Futures als Trainingsfeld

Micro Futures sind nicht nur für Anfänger. Sie sind das professionelle Trainingsfeld für jeden Trader, der neue Strategien oder Märkte testen will, ohne unnötig Kapital zu riskieren.

Der entscheidende Vorteil: Da Micros an derselben Börse handeln und denselben Basiswert abbilden, kannst du dieselben Analyse-Tools einsetzen. Footprint Charts, das Volume Profile und Big Trades sind auch bei Micros anwendbar. Beachte aber, dass die Orderflow-Daten der Micros ein eigenes Orderbuch widerspiegeln — die Liquidität und Markttiefe sind geringer als bei den E-minis. Du lernst mit echten Marktdaten, nicht mit einer Simulation.

Der Weg sieht typischerweise so aus: Du startest mit einem MNQ-Kontrakt. Du tradest dein Setup, sammelst Daten, baust Konsistenz auf. Wenn die Ergebnisse stimmen, erhöhst du auf 2 Kontrakte. Dann 3. Irgendwann wechselst du auf NQ. Der Prozess ist derselbe, nur die Größe ändert sich.

Und die Skalierung funktioniert auch innerhalb eines einzelnen Trades. Du startest mit einem MNQ-Kontrakt. Wenn der Trade läuft und du deinen Stop auf Break-Even ziehen kannst, addierst du einen zweiten Kontrakt. Dein Risiko bleibt bei null auf dem ersten Kontrakt, und der zweite hat sein eigenes, begrenztes Risiko. So baust du risikofrei Positionsgröße auf, ein Prinzip, das auch erfahrene Trader mit größeren Konten nutzen.

FAQ: Micro Futures

Sind Micro Futures für Anfänger geeignet?

Ja, sie wurden genau dafür konzipiert. Ein MNQ-Tick kostet $0,50. Das gibt dir die Möglichkeit, echtes Trading zu lernen, mit echten Börsendaten, echten Emotionen und echtem Risiko, ohne dass ein normaler Verlusttag dein Konto zerstört. Micro Futures sind die ideale Brücke vom Simulator zum echten Trading.

Welchen Micro Future sollte ich zuerst traden?

MNQ oder MES. Wenn du mehr Bewegung pro Session willst, nimm den MNQ. Der Nasdaq-100 ist volatiler und bietet mehr Gelegenheiten für aktive Day-Trader. Wenn du lieber mit weniger Volatilität startest, ist der MES die ruhigere Alternative. Bei traMADA fokussieren wir uns auf NQ und MNQ, weil die Volatilität des Nasdaq-100 mehr Trading-Möglichkeiten pro Tag eröffnet.

Kann ich mit Micro Futures Orderflow Trading machen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Micro Futures handeln an derselben Börse wie die E-minis und bilden denselben Basiswert ab. Orderflow Trading ist mit Micros möglich, allerdings haben sie ein eigenes Orderbuch mit weniger Volumen und geringerer Markttiefe. Viele Orderflow-Trader nutzen deshalb die Daten des E-mini-Orderbuchs als Referenz und handeln die Micros nur als Ausführungsinstrument.


In unserem Mentoring lernst du diese Konzepte in über 1.500 Videolektionen mit echten Chartbeispielen. Der Trader Framework Kurs widmet allein Money Management 8 Lektionen, von der Positionsgrößenberechnung bis zum strategischen Scaling.

Futures Trading von Grund auf lernen

In unserem Mentoring begleiten wir dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zum professionellen Futures Trader.

Kostenloses Erstgespräch buchen

Weitere Artikel