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Futures Broker für Deutschland: Die besten Anbieter im Vergleich

Marco BösingVon Marco Bösing10 Min. Lesezeit

Futures Broker für Deutschland: Die besten Anbieter im Vergleich

Einen Futures Broker für Deutschland zu finden ist verwirrend. Die meisten relevanten Anbieter sitzen in den USA, sind nicht BaFin-reguliert und liefern keine deutsche Steuerbescheinigung. Dieser Vergleich basiert auf echter Nutzung, nicht auf Affiliate-Deals. Der Fokus liegt auf dem, was für Orderflow Trader wirklich zählt: Plattform-Kompatibilität, Datenfeeds und die tatsächlichen monatlichen Kosten.

Risikohinweis: Trading mit Futures und anderen Finanzinstrumenten birgt erhebliche Verlustrisiken. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

Was einen guten Futures Broker ausmacht

Ein guter Futures Broker für deutsche Trader bietet niedrige Kommissionen, Kompatibilität mit professionellen Analyse-Plattformen wie ATAS oder Bookmap, einen zuverlässigen Echtzeit-Datenfeed und transparente Margin-Anforderungen. Die Steuersituation und der regulatorische Rahmen unterscheiden sich je nach Broker-Sitz erheblich.

Wer noch nicht mit Futures Trading vertraut ist, findet dort alle Grundlagen. Nicht jeder Broker eignet sich gleich gut für deutsche Trader. Die Kommission pro Kontrakt ist wichtig, aber nur ein Teil des Bildes. Entscheidend ist, welche Plattformen der Broker unterstützt. Wer Orderflow traden will, braucht einen Broker, der mit ATAS, Bookmap oder Sierra Chart funktioniert. Nicht jeder Anbieter bietet das.

Genauso wichtig ist der Datenfeed. Rithmic und CQG sind die zwei relevanten Standards. Rithmic bietet MBO-Daten (Market By Order) mit voller Orderbuchtiefe. CQG hat eine direkte Verbindung nach Chicago und ist bei einigen Brokern der Standard-Feed. Welcher Feed besser läuft, hängt von deinem Standort und deiner Plattform ab.

Die Margin-Anforderungen unterscheiden sich stark zwischen Brokern. Für Day-Trader zählt die Intraday-Margin: Manche Broker bieten $50 bis $100 pro Micro-Kontrakt, andere verlangen $2.000 und mehr. Overnight-Margins sind von der CME festgelegt und überall ähnlich.

Ein Punkt, der deutsche Trader besonders betrifft: US-Broker sind nicht BaFin-reguliert. In der Praxis bedeutet das keinen Einlagenschutz nach deutschem Recht. Stattdessen greift die CFTC-Aufsicht: Dein Geld wird in segregierten Kundenkonten verwahrt und ist vom Firmenvermögen des Brokers getrennt. Das ist solide, aber anders als bei einer deutschen Bank. Und du bekommst keine automatische Steuerbescheinigung, du musst deine Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben.

Wer sich grundsätzlich fragt, warum Futures statt CFDs: Der Artikel Futures vs CFD erklärt die Unterschiede im Detail.

Die besten Futures Broker im Vergleich

Vier Broker kommen für deutsche Futures-Trader ernsthaft in Frage. Die Unterschiede liegen in den Kommissionen, der Plattform-Anbindung, den verfügbaren Datenfeeds und der steuerlichen Handhabung. Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick, bevor ich jeden Broker im Detail bespreche:

Kriterium AMP Futures NinjaTrader Interactive Brokers LYNX / CapTrader
Kommission (Micro RT) ~$0,85 ~$1,65 ~$1,25 ~$4,00
Plattformen ATAS, Bookmap, NT, Sierra, Quantower NinjaTrader (eigene) TWS, einige Drittanbieter TWS (IB-basiert)
Datenfeeds Rithmic, CQG CQG Eigener Feed IB-Feed
Intraday-Margin (MNQ) ~$100 ~$50 ~$2.100+ ~$2.100+
Steuerbescheinigung DE Nein Nein Ja (EU-Entity) Ja
Mindesteinlage $100 $0 $0 ~$2.000
Sitz USA USA USA/EU Deutschland/NL

AMP Futures

AMP ist der Broker, den die meisten Orderflow-Trader nutzen, und das aus gutem Grund. Ich nutze AMP mit Rithmic als mein Hauptsetup. Die Kombination aus niedrigen Kommissionen und voller ATAS-Kompatibilität hat sich in meiner Erfahrung als das stabilste Setup erwiesen. Entscheidend ist die Plattform-Kompatibilität: AMP funktioniert mit ATAS, Bookmap, NinjaTrader, Sierra Chart, Quantower und Tradovate. Kein anderer Broker bietet diese Breite.

Du hast die Wahl zwischen Rithmic und CQG als Datenfeed. Die Intraday-Margins sind aggressiv niedrig, was für Day-Trader mit kleineren Konten wichtig ist. Die Kontoeröffnung funktioniert problemlos aus Deutschland, auch wenn AMP in den USA sitzt.

Der Nachteil: Keine Steuerbescheinigung. Du musst deine Trades selbst dokumentieren und in der Anlage KAP angeben. Die Plattform stellt dir aber monatliche Statements zur Verfügung, aus denen du alle nötigen Zahlen ziehen kannst.

Am besten für: Orderflow-Trader, die maximale Plattform-Flexibilität und niedrige Kosten wollen.

NinjaTrader

NinjaTrader ist Broker und Plattform in einem. Du eröffnest ein Brokerage-Konto ohne Mindesteinlage und bekommst die NinjaTrader-Plattform kostenlos dazu. Mit dem kostenlosen Plan zahlst du etwa $1,65 pro Micro Round-Turn. Wer die Lifetime-Lizenz kauft ($1.499), senkt die Kommission auf unter $0,90. Der Datenfeed läuft über CQG (als "NinjaTrader Continuum" gebrandmarkt).

Die Plattform selbst ist solide für Charting und Order-Ausführung. Für präzise Orderflow-Analyse gibt es allerdings Einschränkungen: In meinen Tests habe ich festgestellt, dass bei NinjaTrader teilweise Kontrakte pro Minute in den Volumendaten fehlen. Für reines Charting und Trade-Ausführung kein Problem, für detaillierte Footprint-Analyse nicht ideal.

Wer ATAS oder Bookmap nutzen will, kann das über einen separaten Datenfeed-Anbieter machen. NinjaTrader als Broker hindert dich nicht daran, eine andere Analyse-Plattform zu verwenden.

Am besten für: Trader, die eine einfache All-in-One-Lösung suchen und keine spezialisierten Orderflow-Tools brauchen.

Interactive Brokers

Interactive Brokers (IB) ist der Broker mit der größten Produktpalette: Futures, Aktien, Optionen, Forex, alles aus einem Konto. Als ich von einem institutionellen Desk auf Retail-Broker umgestiegen bin, war IB meine erste Wahl wegen der Produktbreite. Die Trader Workstation (TWS) ist mächtig, aber gewöhnungsbedürftig. Die Lernkurve ist steiler als bei AMP oder NinjaTrader.

Der größte Vorteil für deutsche Trader: IB hat eine EU-Entity (Interactive Brokers Ireland) und stellt eine Steuerbescheinigung aus. Das spart erheblichen Aufwand bei der Steuererklärung. Die Kommissionen liegen bei etwa $1,25 pro Micro Round-Turn (all-in). Die Intraday-Margins sind mit über $2.100 für einen MNQ-Kontrakt deutlich höher als bei AMP oder NinjaTrader. Day-Trading mit kleinen Konten ist bei IB schwieriger.

Die Anbindung an Drittanbieter-Plattformen ist möglich, aber nicht so reibungslos wie bei AMP über Rithmic. ATAS und Bookmap können über IB laufen, aber die Konfiguration ist aufwendiger.

Am besten für: Multi-Asset-Trader, die neben Futures auch Aktien und Optionen handeln und eine deutsche Steuerbescheinigung wollen.

LYNX und CapTrader

LYNX (niederländischer Sitz, BaFin-regulierte Niederlassung in Berlin) und CapTrader (Düsseldorf) sind Introducing Broker von Interactive Brokers. Du bekommst dieselben Produkte und dieselbe TWS-Plattform, aber mit deutschsprachigem Support und einem Ansprechpartner in Deutschland.

Der Vorteil: Automatische Jahressteuerbescheinigung nach deutschem Standard. Kein Selbstberichten, kein manuelles Zusammenrechnen. Für Trader, die sich nicht mit US-Steuerformularen beschäftigen wollen, ist das ein echtes Argument.

Der Nachteil: Deutlich höhere Kommissionen als bei IB direkt. LYNX berechnet etwa €4,00 pro Micro-Kontrakt. Du zahlst den Aufpreis für den deutschen Service. Die Margin-Anforderungen und Produktpalette sind identisch mit IB.

Am besten für: Trader, die deutschen Support und automatische Steuerdokumentation wollen und bereit sind, dafür höhere Kommissionen zu zahlen.

Die echten monatlichen Kosten

Die meisten Einsteiger schauen nur auf Kommissionen. Aber die eigentlichen Fixkosten stecken woanders: in Plattform-Lizenzen und Echtzeit-Datenfeeds. Diesen Punkt übersehen fast alle.

Hier eine realistische Aufstellung für zwei typische Setups:

Minimales Setup (NinjaTrader + Basisdaten):

  • Broker-Kommissionen (40 Round-Turns/Monat): ~$66
  • Plattform: $0 (NinjaTrader kostenlos mit Brokerage)
  • CME Echtzeit-Datenbundle: ~$15/Monat
  • Gesamt: ~$81/Monat

Orderflow-Setup (ATAS + Rithmic + Level 2):

  • Broker-Kommissionen (40 Round-Turns/Monat): ~$34 (AMP)
  • ATAS-Lizenz (Pro): ~€70/Monat
  • Rithmic Datenfeed: ~$25/Monat
  • CME Exchange Fees: ~$15/Monat
  • Level-2-Daten (MBO): ~$15,50/Monat
  • Gesamt: ~$160/Monat

Der Unterschied ist erheblich. Das minimale Setup kostet unter $85 im Monat. Ein vollständiges Orderflow-Setup mit ATAS, Rithmic und Level-2-Daten liegt bei rund $160. Ich sage meinen Mentoring-Teilnehmern immer: Rechne die echten monatlichen Kosten durch, bevor du den ersten Trade machst.

Der Datenfeed ist der Posten, den Einsteiger komplett übersehen. Die CME verlangt Exchange Fees für Echtzeit-Daten, und die fallen bei jedem Broker und jeder Plattform an. Ohne bezahlten Datenfeed bekommst du verzögerte Daten, und verzögerte Daten sind für Day-Trading nutzlos.

Die gute Nachricht: Du musst nicht sofort das volle Orderflow-Setup fahren. Starte minimal, lerne die Basics, und erweitere dein Setup schrittweise. Details zu den einzelnen Orderflow-Plattformen findest du im separaten Vergleich. Und wer die Kosten am Anfang niedrig halten will, startet mit Micro Futures, damit die Fixkosten nicht überproportional zum Handelskapital sind.

Steuern und Regulierung für deutsche Trader

US-Broker wie AMP und NinjaTrader unterliegen der CFTC-Aufsicht und sind bei der NFA (National Futures Association) registriert, nicht bei der BaFin. Dein Geld wird in segregierten Kundenkonten gehalten, getrennt vom Firmenvermögen des Brokers. SIPC-Schutz greift bei Futures-Konten nicht, da SIPC nur Wertpapiere abdeckt. Der Schutz für Futures kommt über die CFTC-Segregationsvorschriften.

Steuerlich gibt es einen entscheidenden Unterschied: US-Broker führen keine deutsche Abgeltungssteuer ab. Du bist selbst dafür verantwortlich, deine Gewinne in der Steuererklärung anzugeben (Anlage KAP). Das ist kein Hexenwerk, erfordert aber saubere Buchführung. Lade dir monatlich die Statements herunter und dokumentiere jeden Trade.

Interactive Brokers und die Introducing Broker LYNX und CapTrader stellen eine Jahressteuerbescheinigung aus. Damit hast du alle Zahlen auf einen Blick und kannst sie direkt deinem Steuerberater übergeben.

Mein Rat: Führe unabhängig vom Broker ein eigenes Trading-Journal mit monatlicher P&L und Kommissionsübersicht. Dann bist du auf der sicheren Seite, egal welchen Broker du nutzt. Alles Weitere zu Trading Steuern in Deutschland findest du in unserem ausführlichen Guide.

Vergleichstabelle der besten Futures Broker für deutsche Trader mit Kommissionen, Plattformen und Datenfeeds

FAQ: Futures Broker für Deutschland

Welcher Futures Broker hat die niedrigsten Gebühren?

AMP Futures hat die niedrigsten Kommissionen pro Kontrakt. Aber Kommissionen sind nur ein Teil der Kosten. Rechne Datenfeed, Plattform-Lizenz und Exchange Fees dazu. Ein "günstiger" Broker mit teurem Datenfeed kann am Ende mehr kosten als ein Broker mit höheren Kommissionen und inkludiertem Feed.

Brauche ich einen deutschen Broker für Futures?

Nein. US-Broker wie AMP oder NinjaTrader sind aus Deutschland problemlos nutzbar und oft günstiger. Der Nachteil: Du musst deine Steuern selbst berichten. Wer eine automatische Steuerbescheinigung will, nimmt Interactive Brokers, LYNX oder CapTrader.

Welcher Broker funktioniert mit ATAS?

AMP Futures über Rithmic ist das gängigste Setup für ATAS. Die Verbindung ist stabil, die Konfiguration unkompliziert, und die Kombination aus AMP-Kommissionen und Rithmic-Datenqualität ist schwer zu schlagen. NinjaTrader und Interactive Brokers funktionieren technisch auch, aber die Anbindung ist aufwendiger.


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